Ein Gespräch mit Lena Stoffel

Locanda Mistral, Valle Maira - Lena Stoffel
Heute sprechen wir mit Lena über ihre Passion für die Berge, die Natur und das Abenteuer. Wie sie vom Ski-Fahren zum Surfen und zum Snowboarding gekommen ist. Und welche Eindrücke die Locanda Mistral und die Valle Maira bei ihr hinterlassen haben.

Heute freuen wir uns sehr, dass wir dieses Gespräch mit Lena Stoffel führen dürfen. Lena war im letzten Herbst unser Gast, dabei haben wir uns kennen gelernt und arbeiten seitdem auch an einem gemeinsamen Projekt.

Heute sprechen wir mit Lena über ihre Passion für die Berge, die Natur und das Abenteuer. Wie sie vom Ski-Fahren zum Surfen und zum Snowboarding gekommen ist. Und welche Eindrücke die Locanda Mistral und die Valle Maira bei ihr hinterlassen haben.

Liebe Lena, danke dass du dir für dieses Gespräch Zeit nimmst und unseren Leser*innen ein wenig mehr über dich und deine Liebe zu den Bergen erzählst. Warst du schon immer ein „Bergkind“ und wann hast du entschieden, diese Passion zu deinem zentralen Lebensinhalt, zu deinem Beruf zu machen? 
Ich nehme mir gerne Zeit ein wenig zu erzählen, vielen Dank für euer Interesse.

Ich bin im Allgäu aufgewachsen und fahre schon mein ganzes Leben lang Ski. Das heißt, ich bin nicht direkt in den großen Bergen aufgewachsen, sondern im Voralpenland. Aber da meine Eltern auch leidenschaftlich gerne Ski fahren und beide staatlich geprüfte Skilehrer sind, lag es nahe, dass ich und mein Bruder von klein auf ebenfalls auf den Skiern standen. Dazu sind wir viel in die nahegelegen Berge gefahren.

Das Skifahren hat mich mein ganzes Leben begleitet. Angefangen im alpinen Rennlauf, zu Freestyle-Skifahren während und nach meinem Studium in Innsbruck. Das Freeriden war immer ein Teil davon und auch das, was ich am liebsten gemacht habe, da es dort am meisten um die Verbindung mit den Bergen und der Natur geht. Das wichtigste an meinem Sport war mir immer in den Bergen und der Natur zu sein und dies mit tollen Menschen zu teilen. Deswegen glaube ich gab es keinen genauen Zeitpunkt, an dem ich mich entschieden habe, diese Passion zu meinem Beruf zu machen. Es kam alles recht natürlich. Und durch meine vielen Reisen für meine Sponsoren und Filmprojekte habe ich diese Verbindung zu den Bergen, der Natur und dem Schnee immer mehr zu schätzen gelernt und auch meine Passion fürs Fotografieren und Filmen entdeckt.

Im letzten Herbst warst du das erste Mal in der Locanda Mistral und in der Valle Maira zu Gast. Wie hast du uns und dieses ursprüngliche Alpental überhaupt entdeckt? Und was sind deine Eindrücke von diesem ersten Besuch?
Ich glaube ein Freund hat mir mal irgendwann von diesem abgelegenen Tal erzählt, weil er es selbst auch von einem Freund gehört hatte. Ich war davor noch nie in diesem Teil der Alpen und wollte schon eine Weile lang dorthin, um die Seealpen zu erkunden. Es fasziniert mich, dass die Alpen sich dort bis ans Mittelmeer ziehen. Ja überhaupt faszinieren mich die Alpen, ihre unglaubliche Größe und was es alles zu entdecken gibt.

Ich fand es sehr spannend und interessant zu lesen, dass es dieses Tal gibt, welches auf Nachhaltigkeit setzt. Und dass Menschen heute wieder ins Tal zurückkommen, nachdem es so viel Abwanderung gab. Sobald man in das scheinbar endlose Tal fährt, spürt man sofort, dass sehr viel Geschichte in diesem Tal und den Dörfern liegt.

Sehr beeindruckt hat mich, wie sich das Tal landschaftlich von der Einfahrt bis zum Talschluss verändert. Wie sich immer mehr und mehr hohe Berge auftun und man in eine wunderschöne und wilde Natur hineingebracht wird.

In der Locanda Mistral haben wir uns sehr wohl gefühlt. Die familiäre Atmosphäre und das unglaublich gute Essen. Die schönen Zimmer und das ursprüngliche Flair des Hauses sind wirklich toll.

Du hast jahrelang an internationalen Slopestyle-Wettbewerben teilgenommen: Was ist dir von dieser Zeit im Profi-Sport geblieben? Und was genießt du jetzt, nach deiner Profi-Karriere, am meisten?
Ich würde jetzt gar nicht mehr unbedingt von mir sagen, dass ich sehr wettstreitig bin, aber es hat mir schon Spaß gemacht auf etwas hinzuarbeiten, zu trainieren, Ziele zu haben und zielstrebig zu sein. Es hat mir oft auch Struktur gegeben in meinem Alltag und es hat Spaß gemacht Park zu fahren und in der Luft zu sein. Diese Herausforderung anzunehmen und mit Konzentration Dinge zu machen, die vielleicht in manchen Augen etwas verrückt erscheinen. Ich glaube, das ist es auch was ich mir von meiner Profi-zeit mitgenommen habe: zielstrebig zu sein, sich Ziele zu setzten und mit Rückschlägen gut umgehen zu können. Außerdem habe ich gut gelernt auf meinen Körper zu hören. Wenn auch gezwungenermaßen durch die eine oder andere Verletzung.

In den letzten Jahren genieße ich es eigene Projekte in die Tat umzusetzen, obwohl dies oft auch nicht einfach ist. Und ohne Wettkampfdruck Ski zu fahren und mehr in der Natur und dem Tiefschnee zu sein als auf gebauten Parks.

Auch das Reisen und Entdecken ist eine deiner großen Leidenschaften. Das letzte Jahr war dies nur eingeschränkt möglich. Hast du in dieser Zeit neue Erkenntnisse gewonnen, was wirst du in die Zukunft mitnehmen, was beibehalten?
In diesem Winter war ich seit langem oder überhaupt das erste Mal nur in Tirol Ski fahren. Gott sei Dank war das hier fast uneingeschränkt möglich. Es hat mir gutgetan und mir gezeigt wie viel es hier in der wirklich sehr nahen Umgebung zu entdecken gibt. Ich habe dabei viele neue Leute und viele neue Berge und Skitouren kennengelernt.

Was ich gelernt habe: man muss wirklich nicht so weit fliegen oder fahren, um neue Sachen kennenzulernen und zu erkunden. Und ich schätze mich natürlich glücklich hier zu leben. Ich habe auch gelernt ein bisschen Geduld zu haben, nicht immer da sein zu müssen, wo es gerade den besten Schnee hat, sondern das Beste aus dem zu machen was nahe ist und das zu genießen.

Zurück in die Locanda Mistral: Nachhaltigkeit spielt bei uns eine große Rolle und die Valle Maira gilt als Destination, die vom Massentourismus verschont geblieben ist. Wie schätzt du generell den Status Quo im Alpenraum in Sachen Nachhaltigkeit, „over-tourism“, usw. ein? Hat sich hier die letzten Jahre etwas verändert? 
Dieses Jahr wurde mir erst richtig klar, was der Tourismus vor allem hier in Tirol für einen Unterschied macht und wie es ohne ihn ist. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sich in den letzten Jahren wirklich etwas verändert hat.

Was ich glaube ist, dass der Wunsch nach Nachhaltigkeit wächst und vermehrt Druck von Seiten der Gesellschaft und teilweise auch von der Politik kommt. Aber auf der anderen Seite gibt es immer noch die Seilbahn-Lobbies und die, die immer mehr wollen.

Deswegen finde ich, dass es sehr wichtig ist, diesen nachhaltigen Weg aufzuzeigen und Lösungen zu finden, die Vorhandenes (z.B. die ganze Infrastruktur) verbessern, anstatt immer mehr auszubauen.

Auf was freust du dich persönlich am meisten, wenn du an deinen nächsten Aufenthalt in der Locanda Mistral denkst? 
Ich freue mich auf die wunderschöne Natur, auf das selbst gebackene Brot zur Vorspeise (das beste Brot, welches ich je gegessen habe), und darauf entweder schöne Wanderungen, oder hoffentlich schöne Skitouren zu machen und die Landschaft, die ich bis jetzt im Herbst erleben durfte, im Winter zu sehen. Vielleicht auf einen Powder-Run in den Lärchenwäldern :-)

Danke für das Gespräch Lena. Gibt es noch etwas was wir dich vergessen haben zu fragen? Etwas was du unseren Leser*innen mit auf den Weg geben möchtest? 

Ich glaube du hast alles angesprochen. :-). Jedenfalls ist es wirklich eine Reise wert in die Locanda Mistral. Ich freue mich bald wieder zu kommen.


Über Lena Stoffel: Aufgewachsen als Tochter zweier Skilehrer begleitet Lena das Ski fahren schon ihr ganzes Leben. Sie durchläuft alles Disziplinen des Skisports, studiert in Innsbruck Gesundheits- und Leistungssport und ist staatlich geprüfte Skilehrerin.

Nachdem Lena ihre langjährige erfolgreiche Karriere im Ski Slopestyle nach zwei schweren Knieverletzungen beendet hat, konzentriert sie sich seit einigen Jahren auf inspirierende Foto- und Filmprojekte.  

Mit Filmen wie „WAY NORTH“, „WAY EAST“, „WINTEROX“ und dem aktuellsten Film „CIRCLE OF THE SUN“ bereiste sie viele inspirierende und landschaftlich und kulturell beeindruckende Orte. Diese Projekte zeigten ihr ihre Leidenschaft für Fotografie und Film.  

Lena engagiert sich als Patagonia Ambassador und POW (Protect our Winters) Botschafterin zudem für Projekte im Naturschutz und versucht durch ihre Leidenschaft für die Natur zu zeigen, wie wertvoll sie ist.

„In meinem ganzen Leben haben die Berge und der Schnee immer eine große Rolle gespielt. Ich habe alle Disziplinen des Skisports durchlaufen. Im Wettkampf, aber auch in meiner freien Zeit.

Es war meine Leidenschaft und meine Karriere, die es mir ermöglicht, nun als Athletin, aber auch als Filmemacherin und Fotografin, an Orte zu reisen, die mich sehr faszinieren.

Das Naturerlebnis ist es auch, was meinen Sport für mich so wundervoll macht. Die Berge und das Meer. Die Ski, das Snowboard, oder auch das Surfboard, sind unglaublich tolle Bretter, die mir erlauben, diese Erlebnisse in der Natur so intensiv und wertvoll zu erleben.“

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