In diesem Blogbeitrag möchten wir euch einen unserer langjährigen Partner vorstellen: Paolo Rovera.
Sein Unternehmen La Freidio begann 1997 mit dem Anbau von Heilpflanzen. Über all die Jahre ist ein Faktor stets unverändert geblieben: Es werden ausschließlich biologische Anbaumethoden verwendet. Wir schätzen diese konsistente Philosophie sehr und arbeiten deshalb gerne mit dem kleinen (aber feinen) Betrieb des Maira-Tals zusammen. Unsere Gäste können sich seit Jahren über den nachhaltig erzeugten weißen Genepì, dem lokalen Edelrautenlikör, freuen.
Lieber Paolo, kannst du uns etwas über dich und deine Produkte erzählen?
Ich bin Paolo Rovera und lebe seit 1988 in Stroppo. Schon mein Vater stammte ursprünglich aus diesem Dorf und war wie viele andere, in den 1950er Jahren nach Turin ausgewandert. Im Jahr 1989 eröffnete ich zusammen mit meiner Frau Silvia das Restaurant Lou Sarvanot, das 2015 nach 26 Jahren Betrieb wieder geschlossen wurde.
1997 habe ich mich mit dem Betrieb La Freidio zusammengetan, in welchem wir Heilpflanzen herstellen. Und 2012 haben Silvia und ich dann gemeinsam noch die Käserei Sarvanot eröffnet.
Mein persönlicher Fokus liegt dabei auf der Produktion von Blumen- und Genepì-Likören.
Genepì ist eine Pflanze, die in den Westalpen in Höhen von über 2.500 Meter über dem Meeresspiegel wild wächst und seit jeher in der Volksapotheke zur Behandlung von Bergkrankheiten und Erkältungen sowie zur Herstellung des gleichnamigen Likörs verwendet wird.
Deine Produkte sind typisch für die Valle Maira: Was macht sie so besonders? Seit wann stellst du sie her?
Der Genepì-Likör ist ein typisches Produkt der gesamten westlichen Alpenregion (Italien, Frankreich, Schweiz) und hat die Besonderheit, dass er fast ausschließlich aus den Blüten der Artemisia genepì oder artemisia mutellina hergestellt wird. Das sind Blüten, die nur im Hochgebirge wachsen und einen besonderen Duft und ein spezielles balsamisches Aroma haben.
Da das Ernten von Wildblumen verboten ist, sind im Laufe der Jahre Genepì-Kulturen entstanden, die nur im Hochgebirge betrieben werden dürfen. So kann die organoleptische Palette der Blume erhalten bleiben und es besteht keine Gefahr, den Likör zu verfälschen.
Mein Genepì-Likör zeichnet sich dadurch aus, dass er keine Farbe hat. Deshalb wird er auch weißer Genepì genannt. Dafür lege ich die Blüten nicht in den Alkohol ein, sondern suspendiere sie darüber (das wird auch Suspensionsaufguss genannt). Durch diese Methode werden alle Aromen extrahiert, nicht aber die anderen Bestandteile. Das Ergebnis ist ein transparenter, stark riechender Likör.
Nachhaltigkeit ist ein zentraler und starker Punkt in der Locanda Mistral. Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich? Und wie beeinflusst sie deine Produkte?
Da ich in einer noch relativ unberührten Umgebung lebe, denke ich, dass jede Aktivität, die im Tal unternommen wird, nachhaltig sein muss.
Daher auch meine Entscheidung für den Anbau von zertifizierten Bio-Pflanzen.
Was wünscht du dir für die Zukunft des Valle Mairas?
Nur eines: Dass es uns gelingt, das Angebot an Services und Dienstleistungen zu erhöhen, um den Abstand zu den besser gestellten Destinationen und Regionen in der Umgebung zu verringern. Und dass man so die stattfindende Abwanderung aufhalten, und möglicherweise sogar umkehren kann.
Abschließend: Gibt es eine Frage, die wir dir nicht gestellt haben, die du aber wichtig findest? Was möchtest du unseren Leserinnen noch sagen, schreiben?
Es könnte noch viele Fragen geben. Aber vorrangig möchte ich mich einfach bei denen bedanken, die bereits hierhergekommen sind und sich so sehr in das Tal verliebt haben, dass sie geblieben sind um selbst hier zu leben. Und ich hoffe, dass andere ihrem Beispiel folgen.
































